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· Magdeburger Volksstimme 10.08.2005
  Geigen wie Charlie Chaplin - mit links (Auszug)                                      

· Norddeutsches Handwerk 26.09.2002
  Nachgehakt  ...bei Claudia Rook und Kerstin Hoffmann (von lo)

· Magdeburger Volksstimme 03.07.2002
  Ein Geschäft mit Musik – Die Erfolgsgeschichte von zwei Geigenbauerinnen

· Schweriner Volkszeitung 22./23.06.02
  Ein Geschäft mit Musik

· Magdeburger Volksstimme 08.09.2001
  „Hoffmann & Rook“ – ein Name mit Klang

· Lausitzer Rundschau 30.09.2000
  Hoffmann & Rook haben sich „eingegeigt“
  Magdeburger Geigenwerkstatt hat sich etabliert

· DATEs – Das Magdeburger Stadtmagazin Juli 2000
  Stradivaris Erben

· Norddeutsches Handwerk 06.04.2000
  Gemeinsam durch dick und dünn

· Magdeburger Volksstimme 26.10.1999
  In Stadtfeld hängt der Himmel voller Geige

· Das Musikinstrument – Ausgabe 10/1999
  Geigenbau-Meisterwerkstatt eröffnet – Hoffmann & Rook

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Magdeburger Volksstimme vom 10.08.2005

"Geigen wie Charlie Chaplin - mit links" von Sabrina Krug (Auszug)


In Deutschland gibt es 20 bis 30 Millionen Linkshänder. Über das Phänomen Linkshändigkeit gibt es bislang nur wenige erforschte Erkenntnisse. Zum bevorstehenden internationalen Weltlinkshändertag am 13. August macht derzeit Linkshänderberaterin Carola Lange auf die Probleme der "Lefties" aufmerksam.

Magdeburg. Der 11-jährige Martin Türpe aus Magdeburg hält seine Violine stolz in die Kamera. Denn seine Violine ist ein ganz besonderes Einzelstück. Sie wurde speziell für ihn angefertigt. Denn der Sechsklässler ist Linkshänder, spielt sein Streichinstrument mit links. Geigenbaumeisterin Claudia Rook (33) hat sie extra für ihn auf links gekrempelt. "Schon Charlie Chaplin hat als Linkshänder auf der Geige gespielt", sagt die Diplomcellistin. Für den Umbau habe sie 25 Stunden gebraucht. "An ihr ist alles spiegelverkehrt, das Innenleben sowie das Aussenleben", erklärt sie. So seien die Saiten, der Kinnhalter und die Wirbel anders angeordnet. "Ausserdem hat Martin noch eine spezielle Schulterstütze bekommen." ...

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Norddeutsches Handwerk 26.09.2002

Nachgehakt  ...bei Claudia Rook und Kerstin Hoffmann (von lo)

Im September 1999 gründeten die beiden Geigenbaumeisterinnen ihre eigene Werkstatt in Magdeburg. Wie das Norddeutsche Handwerk berichtete, erhielten sie im vergangenen Jahr den Existenzgründerinnen-Preis vom „Wirtschaftsspiegel Sachsen-Anhalt“.

„Wer glaubt, als Geigenbauer baut man die meiste Zeit des Tages Geigen, der irrt sich“, sagt Claudia Rook. Mindestens ein Drittel ihres Arbeitsalltags benötige sie für die Erledigung von Organisatorischem: „Anfangs war ich schon überrascht, wie viel Zeit diese Dinge in Anspruch nehmen“, berichtet die Geigenbaumeisterin. Zusätzlich zu ihrer handwerklichen Tätigkeit hat sie im Betrieb die Rolle der „Schreibtischtäterin“ übernommen. Zum Glück habe sie an den organisatorischen Aufgaben ebenfalls Spaß. „Und mit der Buchhaltung komme ich auch ganz gut zurecht“, sagt Rook.

Noch immer sind Hoffmann & Rook in Sachsen-Anhalts Hauptstadt die einzige Werkstatt für Geigenbau. Doch das allein erklärt noch nicht, weshalb sich die beiden Frauen derart erfolgreich am Markt behaupten, dass sie jetzt sogar über eine Erweiterung ihres Betriebes nachdenken. „Zum einen spricht für uns sicherlich die Qualität unserer Ware“, vermutet Kerstin Hoffmann. „Zum anderen nehmen wir jeden Kunden ernst – egal ob er für 15 Euro eine neue Geigensaite kauft oder aber ein Instrument für viele tausend Euro. Und das spüren die Leute“.

Den größten Teil ihres Umsatzes erzielen Hoffmann & Rook mit der Reparatur von Instrumenten. Der Bau von Streichinstrumenten macht rund ein Drittel ihres Umsatzes aus. Ein weiteres Standbein der Werkstatt ist der Nachbau von historischen Instrumenten – von Musikinstrumenten also, die in einem heutigen Streichorchester keine Verwendung mehr finden, bei Freunden Alter Musik aber sehr gefragt sind. Ab und an präsentieren sie diese Instrumente auch bei Musikfestivals. „Dort trifft sich ein interessiertes Fachpublikum, so dass wir dort immer einige Kunden gewinnen“, erklärt Rook.

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Magdeburger Volksstimme 03.07.2002

Ein Geschäft mit Musik – Die Erfolgsgeschichte von zwei Geigenbauerinnen
(von Jan Kuhlmann)

Es ist eine ostdeutsche Erfolgsgeschichte in einem Bundesland mit sonst nur wenig guten Meldungen: Vor etwa drei Jahren gründeten die beiden Geigenbauerinnen Kerstin Hoffmann (36) und Claudia Rook (30) ihren Meisterbetrieb in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg. Sie fingen an mit einem Kredit von der Hausbank und der Hoffnung, in einer Marktlücke mit ihrem seltenen Handwerk Geld zu verdienen. Heute haben sie eine lange Auftragsliste und mehrer hundert Kunden in ganz Deutschland, Japan und den USA.

Ihre Werkstatt haben die beiden im ersten Stock eines Magdeburger Altbaus eingerichtet. Der Boden ist gefegt und aufgeräumt, als hätte gerade eine Putzkolonne ihre Arbeit beendet. Nur an einer Stelle sind Holzspäne auf das Laminat gefallen. Die Geigen hängen oben an der Wand, das Werkzeug liegt aufgereiht und sortiert auf den Tischen.

Geigenbau ist eine Mischung aus Handwerk und Kunst. „Unser Beruf ist zu vergleichen mit der Bildhauerei und der Malerei“, sagt Hoffmann. Eine gute Violine entsteht in reiner Handarebit. Rund 150 Arbeitsschritte sind es, bevor aus Ahorn, Fichte und Ebenholz eine lackierte Geige geworden ist. Mehrere tausend Euro müssen Musiker dafür auf den Tisch legen. „Geigenbau ist eine Wissenschaft für sich“, sagt Rook.

Wenn Rook über den Betrieb der beiden Geigenbauerinnen redet, dann spricht auch die Geschäftsfrau. „Ich kann nicht nur die Künstlerin sein“, sagt sie. „Ich muss auf dem Teppich bleiben und wissen, was die Kunden zufrieden stellt.“

Hinter sich haben die beiden eine lange Ausbildung. Hoffmann schaute schon als Kind einem alten Geigenbauer über die Schulter. Rook ist eine ausgebildete Orchester-Cellistin. Beide lernten ihren Beruf in Markneukrichen im Vogtland (Sachsen), dem Zentrum des ostdeutschen Geigenbaus. Beide studierten später Geigenbau an der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Bevor sie sich in Magdeburg niederließen, zog es sie in die USA und nach Holland.

Selbst die schlechten Wirtschaftsdaten der vergangenen Jahre konnten nicht verhindern, dass das Geschäft wuchs: Wer Geigen baut ist unabhängig von der Konjunktur, denn Musiker sparen nur selten an ihrem Instrument. „Unseren Kunden ist es wichtig, dass sie oder ihre Kinder auf einer guten Geige spielen“, sagt Rook.

Deswegen planen die beiden weitere Schritte. Weil die Werkstatt zu klein geworden ist, möchten sie umziehen und Mitarbeiter einstellen. Rook denkt noch weiter: „Wir können uns auch vorstellen, Filialen in anderen Städten zu eröffnen.“

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Schweriner Volkszeitung 22./23.06.02

Ein Geschäft mit Musik (von Jan Kuhlmann)

Es ist eine ostdeutsche Erfolgsgeschichte in einem Bundesland mit sonst nur wenig guten Meldungen: Vor etwa drei Jahren gründeten die beiden Geigenbauerinnen Kerstin Hoffmann (36) und Claudia Rook (30) ihren Meisterbetrieb in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg. Sie fingen an mit einem Kredit von der Hausbank und der Hoffnung, in einer Marktlücke mit ihrem seltenen Handwerk Geld zu verdienen. Heute haben sie eine lange Auftragsliste und mehrer hundert Kunden in ganz Deutschland, Japan und den USA.

Ihre Werkstatt haben die beiden im ersten Stock eines Magdeburger Altbaus eingerichtet. Der Boden ist gefegt und aufgeräumt, als hätte gerade eine Putzkolonne ihre Arbeit beendet. Nur an einer Stelle sind Holzspäne auf das Laminat gefallen. Die Geigen hängen oben an der Wand, das Werkzeug liegt aufgereiht und sortiert auf den Tischen.

Geigenbau ist eine Mischung aus Handwerk und Kunst. „Unser Beruf ist zu vergleichen mit der Bildhauerei und der Malerei“, sagt Hoffmann. Eine gute Violine entsteht in reiner Handarebit. Rund 150 Arbeitsschritte sind es, bevor aus Ahorn, Fichte und Ebenholz eine lackierte Geige geworden ist. Mehrere tausend Euro müssen Musiker dafür auf den Tisch legen. „Geigenbau ist eine Wissenschaft für sich“, sagt Rook.

Wenn Rook über den Betrieb der beiden Geigenbauerinnen redet, dann spricht auch die Geschäftsfrau. „Ich kann nicht nur die Künstlerin sein“, sagt sie. „Ich muss auf dem Teppich bleiben und wissen, was die Kunden zufrieden stellt.“

Hinter sich haben die beiden eine lange Ausbildung. Hoffmann schaute schon als Kind einem alten Geigenbauer über die Schulter. Rook ist eine ausgebildete Orchester-Cellistin. Beide lernten ihren Beruf in Markneukrichen im Vogtland (Sachsen), dem Zentrum des ostdeutschen Geigenbaus. Beide studierten später Geigenbau an der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Bevor sie sich in Magdeburg niederließen, zog es sie in die USA und nach Holland.

Selbst die schlechten Wirtschaftsdaten der vergangenen Jahre konnten nicht verhindern, dass das Geschäft wuchs: Wer Geigen baut ist unabhängig von der Konjunktur, denn Musiker sparen nur selten an ihrem Instrument. „Unseren Kunden ist es wichtig, dass sie oder ihre Kinder auf einer guten Geige spielen“, sagt Rook.

Deswegen planen die beiden weitere Schritte. Weil die Werkstatt zu klein geworden ist, möchten sie umziehen und Mitarbeiter einstellen. Rook denkt noch weiter: „Wir können uns auch vorstellen, Filialen in anderen Städten zu eröffnen.“

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Magdeburger Volksstimme 08.09.2001

„Hoffmann & Rook“ – ein Name mit Klang (von Kathrain Graubaum)

Für Kerstin und Claudia hängt der Himmel voller Geigen. Im doppeldeutigen Sinne. Geigen haben sie genügend an der zahl in ihrer Werkstatt hängen. Auch Gründe zu großer Freude gibt es für die beiden Instrumentenbauerinnen ausreichend. Vor zwei Jahren genau zogen sie in ein Gründerzeithaus in Magdeburgs Immermannstraße und gründeten dort ihre Zwei-Frauen-Firma. Sie hängten ihre Meisterbriefe an die Wand und schraubten das Firmenlogo an die Tür: „Hoffmann & Rook“.

Dieser Name hat Klang. Dass auch die Instrumente dieser kleinen Firma einen großen Klang haben, ist beurkundet, hängt seit wenigen Tagen gerahmt neben den Meisterbriefen. Auf dem Internationalen Geigenbauwettbewerb „Jacobus Stainer“ in Hinterzarten Ende August wurde die Bratsche von Kerstin Hoffmann mit dem Hauptpreis ausgezeichnet. In Kerstin und Claudia schwingt sie Saite des Glücks immer noch angenehm nach.

Denn dieser Wettbewerb war ihnen sehr wichtig, ist er doch der einzige, der hauptsächlich klangorientiert ist, so dass der Name „Geigen-Klang-Wettbewerb“ fast zutreffender wäre.

„Darum auch die vielen Unterschriften auf der Urkunde“, sagt Kerstin, „Klangempfinden ist schließlich subjektiv. Da muss die Jury mit mehreren international bekannten Virtuosen besetzt sein.“ Sie reicht einen Prospekt über den Tisch. Die Namen des Geigenbaumeisters Hans Schicker und der Musiker Wolfgang Marschner, Stephan Skiba, Ariane Mathäus, Thomas Goldschmidt-Egel, Keiko Skiba, Alfredo Persichilli, Antonin Moravec, Jost Witter klingen Fachleuten in den Ohren.

100 Geigen, 60 Bratschen und 40 Celli waren von den Teilnehmern eingereicht worden. Kerstin hatte zwei ihrer Bratschen und zwei Geigen für teilnahmewürdig befunden. Claudia hatte eines ihrer besten Instrumente gerade verkauft, als sie und ihre Freundin endlich recherchiert hatten, wann und wo dieser Wettbewerb überhaupt stattfindet. Im Fernsehen hatten sie irgendwann einmal einen Beitrag über den Geigenbauwettbewerb gesehen, der dort veranstaltet wird, wo die Natur den Stoff wachsen lässt, aus dem Geigen sind: im Schwarzwald.

Dass die Instrumente von „Hoffmann & Rook“ einen sehr guten Klang haben, weiß man in heimatlichen Gefilden schon längst. Magdeburg hat ein Telemann-Orchester, hat eine Telemann-Musikschule und hat ein Musiktheater. Da kommt eine beachtliche Zahl an Geigen, Bratschen und Celli zusammen. Da haben sich Orchestermusiker und Musikschüler gegenseitig einen Namen ins Ohr gespielt „Hoffmann & Rook“.

Wenn Orchestermusiker und Musikschüler in die Ferien gehen, dann haben die beiden jungen Geigenbaumeisterinnen Hochzeit. Dann kommen die Saiteninstrumente zu ihnen zur Kur. Aber schon viele neue Instrumente sind in der Werkstatt von Kerstin Hoffmann und Claudia Rook zum Leben erweckt worden.

Solch eine Geburt ist eine schwierige Prozedur. Drei Helfer stehen hier zur Seite: Die Seele, das Bauchgefühl und die Hand des Geigenbauers. Das macht unterm Strich zweimal Gefühl und einmal Handwerkstechnik. Dieses Ergebnis stellt die Legenden von den Techniken und Rezepturen in Frage, die die alten Geigenbaumeister angeblich mit ins Grab nahmen.

„Es gibt keine Geheimnisse“, sagen die jungen Frauen und räumen gleich auf mit dem weit verbreiteten Vorurteil, alte Geigen würden besser klingen. „Holz ist auch irgendwann einmal müde, verliert an Spannung“, sagt Claudia. Und Kerstin hat eine Passage aus dem Grußwort von Wolfgang Marschner dick mit Filzstift angestrichen: „Locatelli in St. Petersburg, das Florenzer Hoforchester von Veracini, Bachs Köthener Ensemble – sie alle haben auf neuen Instrumenten gespielt.“ „Der Marschner hat mit direkt aus der Seele gesprochen“, freut sie sich. Für Kerstin und Claudia sind zwei Wochen Erholung im Schwarzwald vorbei. Aber ihnen juckt’s auch schon wieder in den Fingern. Neue Instrumente warten auf ihre Vollendung. Eines wird ein ganz besonderes. Die Schnecke ist hier ein pausbäckiger Kopf. Doch warum trägt der lockige Knabe eine Augenbinde? „Amor schießt seinen Pfeil doch nicht zielgerichtet“, sagt Kerstin. Eine Viola d’amore, eine Liebesgeige, erwacht in der Werkstatt „Hoffmann & Rook“ zum Leben. Mit ihren zusätzlich unter dem Griff verlaufenden Resonanzsaiten wird sie dem Formennamen eine weitere Klangfarbe verleihen, eine volle, berauschende.

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Lausitzer Rundschau 30.09.2000

Hoffmann & Rook haben sich „eingegeigt“
Magdeburger Geigenwerkstatt hat sich etabliert (von Ramona Köhler)

„Hier sieht es nicht so aus, wie man sich eine Geigenbauwerkstatt vorstellt“, sagt die 28-jährige Claudia Rook und weist auf den hellen Raum in einem Gründerzeithaus in der Magdeburger Immermannstraße.

Zwei Werkbänke, ordentlich an der Wand aufgehängtes Werkzeug und natürlich die Musikinstrumente in verschiedenen Fertigungsstufen prägen die Meisterwerkstatt. „Eigentlich denkt man an einen alten gebückten Mann mit lauter verstaubten Kisten.“ Verstaubt ist bei Claudia Rook und ihrer Partnerin nichts. Sie wollen das alte Handwerk mit den modernen Möglichkeiten pflegen. So ist es kein Wunder, dass sie auch via Internet zu erreichen sind: http://www.violins4you.de

Die beiden Frauen haben sich vor einem Jahr in Magdeburg niedergelassen, weil es hier noch keine Meisterwerkstatt gab. Kerstin Hoffmann wurde 1966 in der Elbestadt geboren. Die Existenzgründerinnen waren gut vorbereitet auf den Schritt. „Unterstützung vom land haben wir nicht bekommen“, sagt Kerstin Hoffmann. Bei einer Magdeburger Bank seien sie dann auf offene Ohren gestoßen. Die erste Bilanz der Geigenbauerinnen fällt positiv aus. Die Werkstatt hat sich etabliert. Das habe natürlich viel Zeit gekostet, räumt Kerstin Hoffmann ein.

Überzeugungsarbeit sei zu leisten gewesen, dass man auf Qualität schauen sollte, die habe natürlich auch ihren Preis. 70 Prozent der Arbeiten machten jedoch Reparaturen aus. „Wir sind auf eine dankbare Kundschaft getroffen“, freut sich die 34-jährige. Sie reicht vom Musikschüler über den Hobbygeiger bis zum Berufsmusiker. „Zum Geschäft gehört viel Feingefühl“, weiß die aus Schwerin stammende Claudia Rook. „Musiker sind sensibel“, fügt sie hinzu, und sie weiß, wovon sie spricht. Sie studierte fünf Jahre in Berlin an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Violoncello. Die Erfahrung lehre, das Instrumentenbauer und Musiker oft verschiedenen Sprachen sprechen. Die „Verständigungsschwierigkeiten“ kann sie abbauen. Ebenso wie Kerstin Hoffmann hat Claudia Geigenbau in Markneukirchen von der Pike auf gelernt und später ein Studium absolviert. Beide legten im Juli 1999 die Meisterprüfung ab. „Der Geigenbau hat weltweit noch nie solch ein hohes Niveau gehabt wie derzeit“, sagt Kerstin Hoffmann.

Das werde immer wieder bei den großen Wettbewerben deutlich. Kerstin hatte 1998 beim 13. Internationalen Wettbewerb in Salt Lake City in der Kategorie Violinbogen einen 3. preis geholt. Claudia und Kerstin bauen derzeit an Instrumenten für Wettbewerbe in Cincinnati und Cremona.

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DATEs – Das Magdeburger Stadtmagazin Juli 2000

Stradivaris Erben (von jk)

Verwinkelt sind die Räume in der Immermannstraße 21. Durch die Fenster fällt fahlgelbes Licht und es riecht nach feinem Holz. Hier eröffneten im September letzten Jahres Kerstin Hoffmann und Claudia Rook ihre gemeinsame Werkstatt. Geigenbau ist nicht nur für Magdeburg ein ungewöhnliches Handwerk. Bei Kerstin Hoffmann begann sich die Liebe zum Geigenbau schon in sehr jungen Jahren zu entwickeln. Ihr damaliger Gitarrenlehrer an der Telemann-Musikschule überredete sie zu einem Besuch bei einem pensionierten Musiker. Der hatte sich in Kellerräumen der Musikschule eine kleine Werkstatt eingerichtet und kümmerte sich um die Pflege der Musikschulinstrumente. Schnell erkannte sie ihr handwerkliches Geschick und war vom Mythos des Berufes gefangen. „Der wird mich auch bis zu meinem Lebensende nicht mehr zu hören.“ Claudia Rook erlernte das Handwerk dagegen im vogtländischen Markneukirchen. Und weil ohne weiterführende praktische Erfahrungen die Ausübung dieses Berufes undenkbar wäre, verbrachte sie ihre Gesellenzeit an den verschiedensten Punktes des Globus, in Den Haag, Atlanta oder Salt Lake City.

Die Erfahrungen von drei Jahrhunderten Geigenbau können zwar theoretisiert werden aber den letzten Schliff und die gewissen Tricks, die nötig sind um eine in Klang und Optik einmalige Geige zu bauen, erwirbt man nur praktisch. „Es gehört unglaublich viel Erfahrung dazu und man hört nie auf zu lernen.“ Vielleicht ein Grund, warum Geigenbauern so hartnäckig das Klischee des alten waisen Mannes anhaftet. Noch heute suchen die Geigenbauer nach dem Besonderen, dem Geheimnis der Großen ihrer Zunft des 16. Jahrhunderts. Und diese Suche wir wohl niemals aufhören. Ob sie schon einmal eine Stradivari in der hand gehalten hätten? „Ja, haben wir“ ist die kurze Antwort. Das älteste Instrument, an dem sie dagegen je gearbeitet haben, war eine Zanotti aus dem Jahre 1723.

Wer den beiden bei ihrer Arbeit einmal über die Schulter schauen möchte, findet sie in ihrer Werkstatt. Vielleicht halten sie ein solch wunderschönes Kunststück, denn so bezeichnen sie Geigen liebevoll, in ihren Händen um ihm neuen Glanz und ein noch längeres Leben zu schenken.

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Norddeutsches Handwerk 06.04.2000

Gemeinsam durch dick und dünn (von Klaus-Peter Voigt)

Nach dem Erwerb des Meisterbreifes wollten die Geigenbauerinnen Kerstin Hoffmann und Claudia Rook nichts anbrennen lassen. Beide machten sich im Herbst vergangenen Jahres mit ihrer eigenen Werkstatt in Magdeburg selbständig. Der Anfangserfolg gibt dem Vorhaben der jungen Damen recht. Bislang mangelt es jedenfalls kaum an Kundschaft. Ob Freizeitmusiker, Schüler von Musikschulen oder Künstler des Magdeburger Theaters der Landeshauptstadt – sie alle wissen es zu schätzen, dass es für sie mit ihren Instrumenten nunmehr weit kürzere Wege zum Fachmann gibt als bislang. Meisterwerkstätten sind rar in Sachsen-Anhalt. Es gibt nur rund ein halbes Dutzend zwischen Arendsee und Zeitz.

Vorausgegangen war der Selbständigkeit eine umfassende Geigenbaulehre im vogtländischen Markneukirchen, dem Musikwinkel Ostdeutschlands. Claudia Rook war das allerdings noch nicht genug. „Ich habe danach auch noch an der Hochschule für Musik ,Hanns Eisler’ in Berlin studiert“, berichtet sie. Dort erwarb sie das Diplom im Fach Violoncello. Sie beherrscht damit ihr Instrument vermutlich umfassender als viele ihrer Berufskollegen. Die jungen Frauen, die sich schon während ihrer Lehrzeit kennen gelernt hatten, trafen dann Mitte der 90-er Jahre wieder aufeinander. Nun drückten sie im Duett die Schulbank an der Westsächsichen Hochschule Zwickau, um in der Fachrichtung Geigenbau den Meisterbrief und das Diplom zu erwerben. Die Chancen die sich mit der gründlichen Ausbildung verbanden, wurden ausgiebig genutzt. Zum einen bot sich die Möglichkeit, alte Geigen aus dem Leipziger Musikinstrumentenmuseum nachzubauen. „Das brachte wichtige Einblicke in die Erfahrungen und Arbeitsergebnisse ganzer Handwerkergenerationen.“

Zum anderen lockte die weite Welt. Kerstin Hoffmann absolvierte ein Praktikum in den Niederlanden, wo sie sich beim Geigenbaumeister Willem Bouman in Den Haag Kenntnisse in der Restaurierung und beim Nachbau historischer Instrumente aneignete. Zuvor hatte sie beim Bogenmachermeister Thomas M. Gerbeth gelernt, wie das unverzichtbere Utensil der Musiker gebaut wird. In dem unscheinbaren und regelrecht „sensiblen“ Bogen steckt mehr Arbeit, als der Laie vermuten mag. „Fast eine Woche dauert es, is das Holz in Form gebracht wird und Hunderte von Rosshaaren die Saiten zum Klingen bringen können“, erzählt sie. Zudem kann die Werkstatt der beiden Meisterinnen ihren Kunden auch diesen Service anbieten. Wie bei der Geige suchen Musiker vermutlich auch beim Bogen ihr Leben lang nach dem richtigen Instrument und finden es selten.

Claudia Rook kam zu einem ersten Praktikum auch zu Willem Bouman. Später folgte eine Zeit bei Williams Gengakki Violins im nordamerikanischen Atlanta. Beide Frauen sind sich im übrigen auch heute noch einig: Die zusätzlichen Erfahrungen sind ein nicht mit Gold aufzuwiegendes Betriebskapital.

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Magdeburger Volksstimme 26.10.1999

In Stadtfeld hängt der Himmel voller Geigen (von Thomas Rochow)

„In Leipzig oder Köln wären wir von vielen ein Anbieter. Magdeburg aber ist noch ein weißer Fleck. Und ein sympathischer dazu“, sagt Kerstin Hoffmann, Geigenbaumeisterin in der Elbestadt. Als unlängst die Eröffnung der Geigenbauwerkstatt in der Immermannstraße 21 gefeiert wurde, waren die Meisterbriefe – acht Wochen war die Prüfung bereits Geschichte – noch nicht ausgestellt. Trotzdem erfüllten sich mit Kerstin Hoffmann und Claudia Rook zwei Frauen, die mit 33 bzw. 27 Jahren halb so alt sind, wie das Holz, das sie verarbeiten, mutig ihren Lebenswunsch.

In der Geigenbauwerkstatt hängen Leimtöpfe, Schraubstock, Schleifpapier. Auf der Werkbank liegt ein Violoncello, darauf wartend, nach der Reparatur wieder mit warmen Tönen einem Orchester zum runden Klang zu verhelfen. An der Wand ein Regal voller Geigen, halbfertige, zugeschnittene, unlackierte. Aber auch bereits bespannte, fertige, eingespielte Geigen Marke „Hoffmann & Rook“. Bereit, verkauft zu werden. Die ersten drei Meistergeigen werden bereits von Schülern der Telemann-Musikschule gespielt.

Dort begann auch der Weg der Magdeburgerin Kerstin Hoffmann als Gitarrenschülerin. Ihr Lehrer Günther Dörr fragt das junge Mädchen eines Tages, was sie beruflich machen möchte. Die Antwort kommt nicht gerade spontan. Daraufhin sein Hinweis, dem seinerzeit im Keller der Musikschule arbeitenden Geigenbauer Kunz doch mal über die Schulter zu schauen. Es entsteht eine Leidenschaft, die dazu führt, dass Kerstin 1982 eine Geigenbau-Lehre im vogtländischen Markneukirchen beginnt. Hier trifft sie ihren heutigen „Compagnon“, ihre spätere Freundin Claudia, die in Berlin ein fünfjähriges Studium an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ beginnt und ihr Diplom im Fach Violoncello macht. Kerstin vervollkommnet während des Musikinstrumentenbau-Studiums an der Zwickauer Hochschule ihre Kenntnisse im Bogenbau.

Ausdruck ihres Ehrgeizes und eine Überprüfung ihrer Qualifikation ist die Teilnahme 1998 am 13. Internationalen Wettbewerb in Salt Lake City, den sie mit dem 3. Preis in der Kategorie Violinbogen abschließt. In Den Haag lernt sie bei Geigenbaumeister Willem Bouman die hohe Kunst der Restaurierung von historischen Streichinstrumenten. Im Sommer 1999 beendet sie mit „Auszeichnung“ das Studium.

Stolz zeigt Kerstin eine Barockgambe mit kunstvoll geschnitztem Kopf: eine Muse mit fließendem Haar, auf zum Teil durchbrochenen Blattornamenten gebettet. Es ist ihr Nachbau vom 1731 gebauten Original des Bachfreundes und Namensvetters Hoffmann. „Nicht nur klangtechnisch eine Herausforderung, sondern eine akribische wissenschaftliche Arbeit, die einem historischen Nachbau vorausgeht“, sagt sie.

Kerstin ist wie Claudia Mitglied der „Violin Society of America“, ein Hinweis auf die Anerkennung, die sich die beiden in America erwarben. „Gemeinsam werden wir alle Streichinstrumente reparieren. Demnächst präsentieren sie zu den „Berliner Tagen alter Musik“ im Oktober in einer Ausstellung ihre selbstgebauten historischen Instrumente.

Darüber hinaus wollen sie Ansprechnpartner für den Nachwuchs sein, wollen in Violinklassen in Kursen aufklären- für einen sachgemässen Umgang mit dem „Partner“ Geige, für einen Zusammenhang zwischen einem guten Instrument und feiner Ausbildung des Gehörs. 

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Das Musikinstrument – Ausgabe 10/1999

Geigenbau-Meisterwerkstatt eröffnet – Hoffmann & Rook

Am 1. September haben Kerstin Hoffmann und Claudia >Rook in Magdeburg eine Geigenbau-Meisterwerkstatt eröffnet. Beide Geigenbauerinnen verfügen über eine umfangreiche praktische und theoretische Ausbildung, die sie sowohl im In- als auch im Ausland absolvierten. Den Abschluss ihrer Ausbildung stellte die erfolgreiche Absolvierung des Studienganges Musikinstrumentenbau in Markneukirchen dar. Im Juli diesen Jahres haben Kerstin Hoffmann und Claudia Rook ihre Gesellenzeit mit der Ablegung ihrer Meisterprüfung im Geigenbauhandwerk erfolgreich beendet. Über die Hersteller-Link-List von Das Musikinstrument können ab sofort weitere Informationen über Hoffmann & Rook von der Homepage abgerufen werden.

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